Geschichte Heretsried

Kurze Ortsgeschichte von Heretsried

Bischof Soboto von Augsburg hat im Jahr 1242 das Dorf Heretsried mit sämtlichen Einkünften (Zehenten) dem Kloster Holzen einverleibt. Nicht lange vorher ist es entstanden (Rodung durch Heribrecht).

1282 wurde in Hausen, am Kirchberg, ein bestehendes Frauenkloster der Franziskanerinnen nach Salmannshofen verlegt (Gründung des Klosters nicht datiert). 1401 brannte das Kloster in Salmannshofen ab. Die Nonnen sind hierauf nach Kloster Holzen gezogen. 
1310 war Heretsried nach einer alten Urkunde dem Kloster Holzen vogtbar, gerichtbar, reutbar, dienst- und strafbar, sowie gilt- und zehentbar. Um diese Zeit sind die Bewohner von Hausen abgewandert. Damals ist Heretsried Pfarrsitz geworden. 
1414 hat die Äbtissin, als das Kloster in großer Not war, das ganze Dorf mit allen Nutzungen an Sebastian Ilsung, einen reichen Bürger in Augsburg für 146 Gulden verkauft. 
1479 ist das Pfarrhaus zum zweiten Mal abgebrannt. 
1484 wurde das Dorf für 300 Goldgulden wieder zurückgekauft. 
1525 wütet der Bauernkrieg. Die hiesigen Bauern haben sich nicht gegen die Klosterherrschaft erhoben. Sie hatten Holz und Streu erhalten. Jagd und Fischerei wurden freigegeben. Damit waren sie zufrieden. 
1538 Bau der ersten Kirche durch Äbtissin Apollonia Wiedemann.
1600 hat das Kloster an die Heretsrieder Untertanen die sog. Reutmähder 104 Tgw. um den Preis von 1300 Gulden verkauft. Eine von sechs Bedingungen war, dass jeden Samstag beim Glockenzeichen drei Vater unser für das Kloster gebetet werden. 
1636 tobte der 30jährige Krieg. Kirche und Wohnhäuser wurden von den Schweden niedergebrannt. Nach einem Bericht der Klosterchronik hat die Äbtissin Agnes von Neuegg im Dorfe nur mehr 6 Untertanen vorgefunden. Mit großen Unkosten hat sie die Kirche wieder aufbauen lassen. 
1722 Neubau der Kirche durch Baumeister Hans Jörg Radmiller.
1805 hat Kaiser Napoleon I einen Krieg gegen die Österreicher geführt. Im Wald zwischen Heretsried und Peterhof wurden drei französische Reiter von Bauern erschossen und ihnen das in Gablingen geraubte Geld wieder abgenommen. 
1811 wurde auf dem Kirchberg eine alte Glocke ausgegraben. 
1853 wurde das neue Schulhaus gebaut. 1956 erfolgte ein Umbau. 
1918 hatte die Gemeinde 12 tote oder vermisste Krieger zu beklagen. 
1945 hatte die Gemeinde 13 tote und 7 vermisste Krieger zu beklagen.

(Quelle: Festschrift 750 Jahre Heretsried)